Dienstag, 25. Juli 2017

- Liebes Tagebuch -

بسم الله الرحمن الرحيم 

Ich reiß die Seiten aus meinem Tagebuch,
Zerreiß sie in tausend kleine Teile, lass sie um mich fliegen sowie tausend kleine Teilchen in der Hülle um den Kern eines Atoms
In dem schon lange keine Protonen mehr schwirren, 

keine Elektronen mehr verwirren,
Lass sie fliegen sowie Sterne überall im All,
Lass sie sich durch die Lüfte tragen wie die Schwingungen des Schalls in einem monotonen Hall und schaue zu wie sie still und leise zerfallen -
Und so bleibt vom einst bunten Konfetti der Erinnerungen nichts weiter da als Staub,
Als bedeutungsloser, auf dem Boden liegender Laub an einem kühlen Tag im Herbst, von einem müden Baum 

der einst blühte und vor Leben sprühte in einem weit entfernten Frühling doch der nun seine Blätter fliegen lässt,
Sie alle einfach liegen lässt wohin auch immer sie dann gehen,
Wohin auch immer der Wind sie trägt,
bis sie still und wortlos in ihm verwehen -


Und mit jedem Tag der vergeht,

Lausche ich dem Rauschen des Windes,
während er das Gefühl vom Bild trennt und es aus meinem Herzen trägt,
In die Ferne verweht und was bleibt ist einzig und allein eine Erinnerung -
Und so entstehn Stummfilme, wo einst Musicals waren und aus wahren Erlebnissen werden schwarzweiße Bilder im Fotoalbum meines Lebens und Du verweilst im Damals und ich im Hier -
Und mit jedem Windzug zerbricht und stirbt ein Teil in mir.






Picture: http://www.artsobserver.com/2012/11/10/pablo-lehmann-builds-a-paper-house-in-anthropologie/img_3638/

Freitag, 23. Juni 2017

Gast-Freundschaft #Ramadan

بسم الله الرحمن الرحيم 

Ich schau zum Himmel, wie er langsam seine Sonne umarmt,
Sie still und leise mit seinem blauen Charme umgarnt,
Sie nach einem langen Tag liebevoll und zärtlich in die Arme nimmt,
Während die Sonne schüchtern errötet und im Abendrot langsam ihre Strahlen dimmt,
wie sie sich müde und zufrieden in seiner sanften Berührung zur Ruhe setzt -
Und wie sie dankbar seine Nähe schätzt -
Und unter diesem Manifest ewiger Liebe warte ich sehnsüchtig auf meinen Gast,
Zu dessen Empfang mir mein Herr auch dieses Jahr wieder die Ehre erwiesen hat
Und sobald die Sonne von der Bühne steigt, um dem Mond in seiner Sichelform das Rampenlicht zu überlassen,
Betritt mein Gast mein zu Hause und ich spüre, wie all meine Ängste und Sorgen mich verlassen -

Die Welt steht still, die Sterne schmücken ihre Decke wie kleine Juwelen,
die Engel beben vor Aufregung und beten für jede einzelne unserer Seelen,
legen die Shayateen in Ketten denn Allah will für uns Einfachheit -
die Himmel öffnen die Tore der Vergebung und Barmherzigkeit,
heute beginnt der Monat der Rechtleitung und Einigkeit,
Nächstenliebe, Großzügigkeit, Gemeinsamkeit -
die alten Bücher werden geschlossen um neue zu öffnen,
ab heute kann jeder auf einen Neuanfang hoffen,
denn er ist da, mein geliebter Gefährte, der nur einen Monat bleibt
Aber mir dabei die Schönheit ganzer Ewigkeiten zeigt,
Der mir die tiefsten Geheimnisse des Lebens verrät
Und mich zur Besserung meines Charakters berät
mich unterstützt während ich mich in der besten Version meiner selbst probiere,
tagsüber faste, mich übe in noch mehr Barmherzigkeit und Nächstenliebe,
auf Diät geh’ von schlechten Gewohnheiten, Gedanken und dem Ballast der Seele -

Willkommen im Bootcamp, in dem mein Gast mich diszipliniert,
indem er mich in Geduld, Durchhaltevermögen und Gehorsam trainiert,
während der Körper nach Nahrung schreit und ständig versucht zu rebellieren -
denn während er hungert, ernährt sich der Geist,
macht sich das Herz frei von jeglichem Neid, Egoismus und Heuchelei,
verinnerlicht Empathie, Mitgefühl, Selbstlosigkeit,
und jeder Herzschlag, jeder Nerv und jede Faser, jede Vene, jede Ader pulsiern in hingebungsvoller Dankbarkeit -

Und mit diesem Geschenk stehe ich nachts im Gebet und preise den Namen meines Herrn,
Dessen Wort mir mein Gast brachte aus dem ich bis heute lern
Dass alles im Leben vergeht und nur gute Taten bleiben
Dass es meine Aufgabe ist zu helfen wenn andere Menschen leiden,
Meine Wut zu schlucken, Geduld zu haben und zu verzeihen,
Dass mein Herr mich sieht und hört und niemals vergisst, was ich mache
Und ich eines Tages Rechenschaft ablegen muss, für jede noch so kleine Sache,
Es lehrt Gerechtigkeit, Hilfsbereitschaft, Vergebung, Nächstenliebe und viel mehr,
Ein zeitloses Buch, tiefgründig wie das Meer
Ohne dem unsere gesamte Existenz sinnlos wär -

Und die Nächte vergehen in gemeinsamer Zweisamkeit von mir und meinem Herrn,
Den Milliarden von Menschen gleichzeitig bitten, und Er trotzdem jeden einzelnen hört,
Es bleibt keine Hand leer, die sich mit Demut und Hoffnung zum Himmel erhebt,
niemand alleine, der sich aufrichtig nach Seiner Nähe sehnt,
jedem, der von Herzen um Verzeihung bittet, wird die Vergebung gewährt,
und jeder, der darum bittet, dem wird die frohe Botschaft beschert -
Und jedem wird gegeben, worum er bittet, wenn er sein Haupt vor Ihm senkt,
„So gedenkt Meiner damit Ich eurer gedenk“,
Eine Liebesgeschichte, die auf der tiefsten Erde beginnt, wenn der Diener sich vor Ihm verneigt,
seine tiefsten und intimsten Gedanken flüstert mit Ihm teilt
und all das in den siebten Himmel steigt -
ob laut oder leise, egal wie oder was er sagt,
Er ist gewiss nah, wenn Sein Diener nach Ihm fragt -

Und so fühlt sich jeder Tag an wie ein einziger Augenblick,
Und genauso schnell vergeht der Monat, bis ich bei seinem Abschied wieder traurig bin,
Und genauso schnell vergeht das Leben, das sich anfühlt wie ein einziger Tag und ehe ich mich verseh, steh ich vor meinem Herrn der mich über meine Taten fragt,
Denn genau das ist das Leben
Ein einziger Augenblick -

Da stehe ich nun wieder, voller Reue, die Zeit nicht gut genug genutzt zu haben,
und muss dir nun schweren Herzens auf Wiedersehen sagen,
mich dabei fragen, ob wir uns jemals wiedersehen?
Ob ich bis zu deiner nächsten Rückkehr überhaupt noch am Leben bin?
Ob ich dir die Gastfreundschaft bat, die dir gebührt und ob ich es ab hier auch allein schaffe, ein besseres Leben zu führn?
Und während die Sonne sich wieder erschöpft in die Arme des Himmels begibt,
der Himmel sie fest umarmt und ihr seine ganze Liebe gibt,
sie beide sich mit dem Schleier der Dunkelheit einkleiden,
der Sichelmond auf die Bühne steigt, um sich von der anderen Seite zu zeigen,
verbleibe ich in Sehnsucht und Hoffnung, dich auch nächstes Jahr zu empfangen -

Und sobald der neue Tag anbricht, brichst auch du auf, Ramadan,
und machst uns stattdessen zu den Gästen Allahs,
wenn wir essen und trinken und gemeinsam all das feiern, was wir durch dich gelernt
haben und setzen es um,
bis du wieder kommst,
und preisen bis dahin die Einheit und Großartigkeit des allerhöchsten Herrn.





https://apod.nasa.gov/apod/ap080112.html

Freitag, 19. August 2016

Lost Soul (spoken word)

بسم الله الرحمن الرحیم

 
In the deepest dark of the night
I follow my way through
into every avenue,
every corner, every vein, all the way down to the roots, I
bring her freedom, peace, tranquility,
try to convince her, to the best of my abilities -

I am strong & I pull her down with force,
try to steer her into the right direction, but she keeps holding tight to her chains as if there was some reason for remorse
if she just let go -
I wish she would just let go
so that I could show her the road,
the path towards light,
the end of her fight,
the peace of her mind,
the answer to her questions,
the liberation of her rights -
But she doesn't let go - 
I wish she would just let go,
I wish I could ease her pain, her sorrow,
but she doesn't let go -

Instead she
sticks to enslavement like a drug addict,
keeps swallowing life's poison because she can't predict
success, hapiness, justice, so she
embraces fear, endless tears, being busted
in her dreary, dark cell called her lost soul -

Being scared of the future equals being scared of the unknown,
so she sticks with the pain fully known,
known helplessness, anxieties, always being scared
of tomorrow -
instead of following me -
prosperity, spring of the heart, liberty, eternity -

All I want is to show her mercy
Not my own flawed one but that of the Supreme, 
whose mercy is greater than any worldly entity -
Come with me, I wanna set you free,
show you the truth, lead you to purpose, tell you reasons to finally be & love yourself,
unlock all those chains around your neck, 
heaven is waiting, let's fly & never look back -

But you just don't let go...
If only you knew that home is just one step away -
But you just don't dare to stand straight in bliss, 
so I pull you down,
down on your knees,
http://www.joydigitalsa.com/wp-content/uploads/2014/09/chained-hands.jpg
 

so you can better see 
where you're supposed to be and
until then... I'll sit here 
and wait,
till you realize who I am - 
your strength, your faith and
you finally follow me out of darkness into light,
to the truth, to freedom in submission, to the only path right... Home.

Donnerstag, 12. Mai 2016

Love legacy

بسم الله الرحمن الرحیم

 
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I asked the Sun how he could love the earth
despite all the energy she takes,
he told me "Even though she moves around our universe, she never forgets what our love is worth,
and no matter where she is, she always turns her face
back towards me - when she falls asleep and she awakes" -

So I asked the earth how much she loved the sun,
she said "He's the center of my world,
whether I lost or won, I turned or whirled, 
I remained his number one"


And even after all these years, the sun never told the earth  
"For you I have so much done",
After all these years, the earth never looked at anyone but the sun -

Such is a love we blindly witness every day,
and which shall never die -
a love that turns a dark night into day,
and lights the entire sky.

Montag, 14. März 2016

بسم الله الرحمن الرحیم

Many swallowed tears later 
my wings finally recovered, 
so I spread them out 
to fly;
and fell hard -
for I only forgot 
yet never lost 
the chains around them. 

Mittwoch, 17. Februar 2016

 بسم الله الرحمن الرحیم

'I'm cold,' said the heart 
and touched the fire. 
And when it felt pain, 
it rejoiced
and whispered 
'I'm alive'

Sonntag, 3. Januar 2016

Speisen für Waisen

بسم الله الرحمن الرحیم

Mein Name ist Yasmin, ich bin 5 Jahre alt und ich bin nicht wie andere Kinder,
ich spiele nicht, nasche nicht und auch pusten kann mir die Schmerzen nicht lindern,
Einen Gute-Nacht-Kuss oder Geschichten zum einschlafen bin ich nicht gewohnt
und in einem so genannten "Kinderzimmer" habe ich auch noch nie gewohnt,
ich hab auch keine Angst vor dem Monster unterm Bett oder im Schrank
und ich schlafe allein ein, egal ob ich gesund bin oder krank,
ich hab' auch nicht die Wahl darüber, ob ich im Dunkeln schlafe oder bei Licht
denn sowas wie ein Bett besitze ich nicht -

Ich bin Yasmin, ich bin 5 Jahre alt und ich lebe auf der Straße,
mein Leben dreht sich ums Überleben und nicht um Spielen oder Spaß und
eine tägliche Mahlzeit ist für mich nicht selbstverständlich,
mein zu Hause ist nicht liebevoll, noch nicht mal stabil oder beständig,
es ist jedes Mal wo anders und auch nie das gleiche,
manchmal schlafe ich ein neben meinesgleichen und wache auf neben einer Leiche
und frage mich auch oft, ob ich die nächste bin -
und manchmal finde ich keine Ecke oder 'nen Fleck zum Übernachten und frage mich verzweifelt, wohin
mit mir denn nirgends gibt es einen Ort, wo ich vermisst werde und zu Hause bin -
Und wenn es Winter ist und ich friere, reibe ich meine Hände solange aneinander, bis ich sie wieder spüre und suche nach etwas zu Essen und einem warmen Ort bevor ich wieder das Bewusstsein verliere
und in der eisigen Kälte erfriere -

Doch all das lässt mich kalt, denn kein Winter ist jemals so kalt
wie die Herzen der Menschen dieser Welt,
denen es weder an Gesundheit mangelt, noch an Familie, Besitz oder Geld,
und denen es scheinbar egal ist, dass trotz des Wechsels der Jahreszeiten in meinem Herzen der eiskalte Winter der Einsamkeit weiterhin anhält -

Denn was mir fehlt, ist nicht das weiche Bett oder das warme Zimmer,
auch nicht das tägliche Essen oder der süße Schlummer,
auch die Kälte und meine abgetragenen Lumpen bereiten mir wenig Kummer,
ich bin es auch nicht satt, auf hartem, kalten Boden zu schlafen oder aus Pfützen zu trinken,
sondern ich sehne mich einzig und allein nach der Vorstellung, mich auf dem Schulweg umzudrehen und meine Eltern zu sehen, wie sie mir glücklich winken,
denn nicht unter einem Dach zu leben, mit Spielzeug und Süßigkeiten ist nicht das schlimmste, was es gibt,
sondern vielmehr der Verlust der Menschen, die dich als einzige auf der Welt so bedingungslos lieben, 
wie dich sonst keiner je lieben wird, jemals geliebt hat oder liebt -
Keine Arme in denen man sich verstecken kann, wenn man Angst hat,
Niemand, der sich darum sorgt, ob man hungrig ist oder satt
und keine liebevolle Hand auf der Stirn, wenn man Fieber hat,
Kein "Du schaffst das", wenn man mal den Mut verliert und niemand, der einen zudeckt, wenn man nachts mal friert
und auch niemand, der mit einem schimpft, wenn man mal zu spät kommt, kindisch ist und Mist baut,
aber vor allem niemand, keine einzige Seele, der man blind vertraut -

Mein Name ist Yasmin, ich bin fünf Jahre alt und ich bin ein Waisenkind,
ich bin genau das Kind, für das all diese Speisen sind,
ich bin das Kind, das du auf den Plakaten und Flyern siehst,
ich bin das Kind, über das du all diese schrecklichen Geschichten liest,
ich bin das Kind, das allein ist, obwohl ich bin, wie jedes andere,
fühle und denke und träume und Angst habe, wie jedes andere,
ich bin das Kind, das anders - schlechter - behandelt wird, trotz all der Gemeinsamkeiten,
ich bin das Kind, das nicht vor Armut stirbt, sondern vor Einsamkeit -

Ich bin Yasmin, ich bin Ahmad, ich bin Daniel und Selin,
ich bin Maryam, ich bin Ashraf, ich bin Brandon und Jaqueline,
ich bin jedes einzelne Waisenkind von den 150 Millionen, die gerade da draußen sind,
misshandelt, obdachlos, am frieren und nichts zu Essen,
ich bin die Stimme all derer, die wir jeden Tag vergessen -
Ich bin Yasmin, ich bin Waisenkind und mich gibt es überall,
ich bin Yasmin, ich bin das Kind, das ein Anrecht auf deine Hilfe, deine Unterstützung hat,
ich bin Yasmin, ich bin das Kind, dessen Schrei nichts übertönen wird, egal wie fest du deine Ohren hältst,

ich bin Yasmin, ich bin das Kind, für dessen Tod - oder Rettung - du die Verantwortung trägst.
 

http://speisen-fuer-waisen.islamicrelief.de/ueber-sfw/

Dienstag, 1. Dezember 2015

Ein-heit

بسم الله الرحمن الرحیم 

Ich fange an bei 1, dem Kern unseres Seins,
Der Essenz, dem Geheimnis einer erfolgreichen Existenz, 
Und bleibe genau dort stehen, 
Am Ursprung, am Zentrum, um das sich alles dreht -
Und stell euch dort meine Familie vor,
Meine 1,6 Milliarden Geschwister, mit denen ich einmal im Jahr einen Monat lang 19 Stunden faste,
Die ohne zu zögern ihr Essen teilen und mich behandeln wie ein ehrenwerten, seltenen Gast und
Gemeinsam halten wir durch mit Disziplin und entfernen den Ballast 
Des Lebens von unseren Seelen -
Und einmal im Jahr sind wir wieder da bei der Kaaba und am Tag von Arafah während der Hajj, der Pilgerfahrt -
Ob groß oder klein, schwarz oder weiß, 
Krank oder gesund, arm oder reich,
Alle stehen nebeneinander, Reihe für Reihe, verschiedene Sprachen, Geschichten, Charaktere, doch tun alle das gleiche, sagen das gleiche,
tragen das gleiche, denn wir sind alle gleich vor dem Einen 

Ich fange an bei Adam, 
dem Vater unserer Spezies, dem allerersten Mann, 
Dessen Frau Eva ein Geschenk war -
Ich fange an bei der ersten Liebesgeschichte dieser Menschheit, 
deren Ergebnisse wir sind, ihr seid,
Deren Überschrift uns unter dem Nachnamen "Mensch" vereint -
Ob schwarz, braun oder weiß, 
gelb, rot, rosa oder keins
Von alledem - ob Arzt oder Klempner, egal welcher Herkunft, Abstammung oder welche Werte, 
Wir kommen alle von Adam und Adam war aus Erde -

Die Erde, unser gemeinsames Haus, auf der Platz für alle ist,
Ein Ort, an dem keiner hungern sollte oder frieren,
Ein Ort, der erbaut wurde aus dem seltenen Bodenschatz der Liebe:
Denn wenn du ein Waisenkind bist, liebe ich dich noch mehr 
und wenn du Flüchtling bist, dann komm her, 
ich lad' dich ein, in einen anderen Raum deiner eigenen Heimat denn egal woher du kommst, in unserem Kern sind wir eins -
Denn Gemeinsamkeiten verbinden und wir haben ein Herz gemein,
Auch du hast Augen, Nase und Mund, 
Bist erwachsen, aber warst einst mal klein,
Vom Embryo zum Fötus, daran mussten wir alle vorbei 
Und in deinen Augen verbergen sich auch Tränen, nicht nur in meinen,
Und auch du isst, trinkst, schläfst, lachst mal oder weinst,
Und wir alle werden älter und werden unter der Erde vereint -
Und für mich reicht das völlig aus als vereinende Gemeinsamkeit -

Also nehme ich alle Brillen ab und betrachte das Leben wie es ist,
Sehe in dir nicht weiter das, was sie mir sagen, sondern das, was du wirklich bist
Und komm' aus dem staunen nicht mehr raus über dieses geniale Puzzle das sich "Leben" nennt - 
Das Rätsel, das sich "Universum" nennt,
Dem der Urknall alleine nicht als Erklärung gerecht wird,
Und durch das das Verlangen, mein Haupt vor Verwunderung zu senken, immer stärker in mir brennt 

Also senk ich 5 mal am Tag, 58 mal mein Haupt und mach mich dem Boden gleich um Dir zu sagen dass Du makellos und Der Höchste bist
Dass selbst wenn dein Kunstwerk sich weiter bewegt,
Eines Tages vergeht,
Du dennoch unbeweglich, ewig lebendig bist, 
Dass nichts dir gleicht und Du unvergleichbar bist, Einer bist -

Also fang ich an bei 1, dem Kern unseres Seins,
Der Essenz, dem Geheimnis einer erfolgreichen Existenz, 
Und bleibe genau dort stehen, 
Am Ursprung, am Zentrum, um das sich alles dreht -
Wo es auch nicht weiter geht,
Denn Er ist eins und vor Ihm sind wir eins,
Wozu also noch "deins" oder "meins", 
"deren" oder "unser", zwei oder drei?

Aufklärung

بسم‌الله الرحمن الرحیم

"Die eine Wahrheit gibt es nicht",
Hör ich sie immer sagen, 
"Jeder soll glauben, woran er will" -
Und mit solchen Parolen gibt man sich zufrieden, 
anstatt selbst zu hinterfragen,
Also lass mich mal fragen
Und dir zeigen, wie schön es ist, mal die Wahrheit zu sagen

Glaubst du daran, dass die Menschen alle gleich sind,
Ein Weißer nicht mehr wert als ein Schwarzer ist,
Ein Reicher nicht mehr wert als ein Armer ist,
Man nicht nur von Erwachsenen lernen kann, 
sondern auch von einem Kind? 
Glaubst du daran, dass Tiere ebenfalls unsere Zuneigung und Barmherzigkeit verdienen,
Dass kein Mensch dazu erschaffen wurde, einem anderen Menschen zu dienen,
Dass unseren Eltern, besonders den Müttern, allein schon durch die Schwangerschaft all unsere Liebe gebühren sollte und
Dass Mord, Diebstahl, Gewalt und Lügen,
Geiz, Egoismus, Vergewaltigung und betrügen, alle zu den schlechten Taten gehören?
Stell dir eine Welt vor, in der wir einander glauben und vertrauen können, sobald wir nur einmal schwören -
Und das ganz blind, 
Denn darin, dass Ehrlichkeit und Vertrauenswürdigkeit wunderbare Eigenschaften sind, 
Sind wir uns alle einig -
Und auch darin, dass das schönste am Menschen ein schöner Charakter ist
Und dass wir nicht für immer Leben, sondern nur bis zu einer bestimmten, unbekannten Frist -

Stell dir vor, wir würden alle Wasser sparen und stattdessen regelmäßig spenden,
Stell dir vor, wir würden uns um Waisenkinder kümmern und Brunnen für Durstige bauen, mit unseren eigenen Händen -
Im Geschäft nicht betrügen, unsere Mitmenschen ohne Eigennutz ehren, gutes Benehmen lernen und lehren und Arme und Bedürftige ernähren - wie glücklich wir alle wären... Glaubst du mir?
  
Glaubst du mir, dass die Welt ein wunderschönes Kunstwerk ist, 
der Himmel, die Erde, die Sonne und die Sterne,
Bäume, Blumen, Wolken, Meere, 
Als ob all das mit einem Pinsel gemalt worden wäre 
Von einem genialen, gewaltigen Designer -
All das sind Wahrheiten, die uns vereinen könnten -
Also komm, ich lad' dich ein zum universalen Verein, 
der vereint wird in der Liebe zum Einen, 
vor Dem wir alle gleich sind, doch Dem gleich keiner ist -
Der dem Guten Belohnung, und dem Schlechten Vergeltung für seine Taten verspricht
An einem Tag, an dem die pure Gerechtigkeit spricht -

Und Allah gibt unter Seinen Zeichen 
als Gleichnis Seines Wortes das eines Baumes, "dessen Wurzeln fest sitzen und dessen Zweige in den Himmel reichen", (14:24)
Wie kann denn seine Früchte gut und reif sein, wenn die Wurzel nicht stark und lebendig ist?
Können denn so viele Wahrheiten wahr sein, wenn ihr Ursprung nicht wahr und beständig ist?


http://www.janetmyatt.com/wp-content/uploads/2014/12/Tree-of-life-spring.jpg



Mittwoch, 16. September 2015

Heimweh/g II

 بسم الله الرحمن الرحیم

Ich will nach hause.
Ich will endlich nach hause, denn Ich vermisse mein zu hause, den Ort, an dem mein Herz ist,
Das Haus, in dem mich kein Kummer und kein Schmerz trifft unter dem Flügel der Barmherzigkeit -

Während die Sonne ihr müdes Haupt senkt und sich mit dem Horizont vereint,
Einen weiteren Tag ein und das selbe getan zu haben scheint,
Der Himmel in Dunkelheit über ihre Abwesenheit tausende Sterne weint,
Begibt sich meine Seele erneut auf die Reise
Auf die immer wieder gleiche Weise in ein Labyrinth von Fragen über Fragen,
Dessen Wände meine Gedanken überragen
Wie: wie lange müssen wir noch warten?
Wenn das Leben nach Drehbuch läuft und der Autor allmächtig ist,
Wenn der Mensch schwach und Shaytaan so lästig ist,
Wenn die Zeit vergeht, als hätte man an der Uhr gedreht,
nichts auf Erden für die Ewigkeit steht,
jedes Gefühl vergeht und die Erinnerung nicht für immer lebt,
das Leben selbst im Winde verweht -
Wie kannst du da noch warten?
Worauf, wenn keine Seele weiß, was ihr morgen widerfährt,
kein Mensch weiß, welche traurige Nachricht er morgen erfährt?

Und das Leben zieht vorbei wie ein ICE,
Lässt dich stehen, mitten auf dem Weg,
Während du überlegst, und den Rest deines Lebens träumst -
Und das, wovon du träumst, wird vom Schicksal aus dem Weg geräumt,
Bis du aufwachst aus deinem Orchester von "Bald werde ich..." und "Wenn ich dann soweit bin..." -
Doch sobald der ICE den Bahnhof verlässt, bleibt nur noch der Regional,
Und wenn du drin sitzt, wirst du emotional, denn während du damit beschäftigt warst, auf die Umsetzung deiner Träume zu warten,
waren die Passagiere im anderen Zug beschäftigt damit, sie zu realisieren mit richtigen Taten -

Ich will nach hause.
Ich will endlich nach hause, denn Ich vermisse mein zu hause, den Ort, an dem mein Herz ist,
Der Ort, zu dem mein Herz gehört,
Wo es nicht gebunden ist an Menschen oder Dinge, Ängste und Entscheidungen,
An dem ich nicht auf Träume warten oder hoffen muss auf Erscheinungen -

Und die Zeit, die regungslos verging, lehrte mich den Heimweg, um ein echtes Haus zu bauen,
Das Ticket gibt's nur jetzt, einmalig und direkt vor Ort:
Aufwachen, Kapitel schließen und nach vorne schauen -
Und wie Konfetti zerfällt das Labyrinth in tausend Teile mit seinen hohen Wänden von Fragen
Ich schließ' das Buch und komm zurück von meinem Trip, denn Allah hat vorbestimmt und Er macht was Er will -
und - so Allah will- wird morgen ein besserer Tag.


Mittwoch, 2. September 2015

Morgen-Grauen

بسم الله الرحمن الرحیم

Es ist ein neuer Tag,
Ein weiterer Tag ohne Sinn,
Ein weiterer Tag, an dem ich gezwungen bin,
Mich zum monotonen Takt des Lebens zu bewegen,
Mich über meine alltäglichen Pflichten aufzuregen,
In allem zu versagen und mich dann zu beklagen -
Wieso ich, frag' ich mich,
Womit hab ich das verdient?
Ich öffne müde die Augen und bleibe erst mal liegen,
Bis sich in mein Herz durch drängen kann, was mein Auge sofort sieht -

Ich seh' die Sonne, die sich mit Grazie über den Staub der Erde erhebt,
Seh' wie ihr Strahlen die tote Erde belebt
Und wie die Menschheit einen weiteren Tag erlebt -
Wie die Stifte des Schicksals neue Seiten schreiben,
Ich hör die Vögel, wie sie im Einklang Seinen Namen preisen,
Ich spür' den Wind, wie er auf Seinen Befehl um die Länder reist,
Und wie die Erde ein weiteres Mal um die Sonne kreist -
Ich höre den Morgen, wie er leise aufatmet,
Seh' wie der Mond sich vom spotlight der Sonne zurück zieht und auf seinen nächsten Auftritt wartet,
Und das Glitzern des Taus auf den Blättern der Bäume im Licht des Morgengrauens,
Und ich erwache vom Tod aus meinen Träumen und stehe mitten im Leben um das Haus meiner Zukunft zu bauen -

Es ist ein neuer Tag,
Ein weiterer Tag mit einem Sinn,
Ein weiterer Tag, an dem ich gesegnet bin,
Ein weiterer Tag mit einem Dach über dem Kopf und einem schlagenden Herzen -
Zwei Augen die sehen, Ohren, die hören und einem Körper frei von Schmerzen,
Einer Seele, die ihren Schöpfer kennt und eine Zunge, die Seinen Namen lobt,
Einem Herzen, das in Seiner Erinnerung vor Liebe tobt -

Wieso ich, frag' ich mich,
Womit hab ich das verdient?
Wieso ich, und nicht das arme Kind, das tot auf den Straßen Syriens liegt?
Ich falle beschämt zu Boden, in demütiger Dankbarkeit, während ich auf Seine Vergebung hoffe -
Und würde ich alle Segen meines Herrn aufzählen, würde ich es gewiss nicht schaffen. (14:34)

(C) http://www.projecthappyhearts.com/wp-content/uploads/2015/04/green-nature-dual-monitor-other.jpg


Freitag, 30. Januar 2015

Formula of Love

بسم الله الرحمن الرحیم

They say that love before marriage
Is but the result of transgression
And verily, it is towards sin the carriage,
If you do not mind its expression

Thus love, but do not love out of lust
For only the conscienceless animal haunts for the mere flesh -
Love like a human, from a distance, be like dust,
Covering your blossom's purity under your God-conscious security

Let your love be like a child,
Innocent and shy -
For love is meant to be calm and peaceful, not furious and wild

Thus love, but love innocently -
Just like modesty and shyness guard from sins,
Remain behind the curtain of shame and watch your beloved differently,
With a lowered gaze, for only the righteous are promised to win

For love is not made but to elevate, to raise high,
And elevation lies in submission only,
Love is ought to be pure and holy,
Thus submit but to the ever Loving, ever Living, the Pure, the Holy,
So that this love might always live and never fade, never die

They say that death's cousin is sleep,
And in daytime we resurrect -
So when the bond of marriage is tied,
Every night, let us together fall asleep, just as having died -
And in daytime let us together wake up - as if from the grave we erect -
So we might one day die together,
And resurrect together before the One in whose love we will love each other forever.


Dienstag, 16. Dezember 2014

Love confession

بسم الله الرحمن الرحیم

I used to exist with no purpose in life,

I walked around, clueless about where I'd arrive,
Every morning I wondered where I would go,
At night I would still not know
Why I was here and what was my goal,
Day in, day out - a captive inside this black whole..

 From darkness You brought me to light,
 I was lost in blindness, but You cleared my sight,
My Creator, my Sustainer, my Lord, my Guide,
Whose greatness lies
beyond human mind,
I will follow You for the rest of my life -

Oh, sweet scent of enslavement, how You set me free,
Oh, sweet taste of humbleness, through which You elevated me,
Oh, sweet view of obedience, through which You honored me -

How blessed is the head which lies in prostration,
How blessed is the heart which is freed from this world's chains through Your pure salvation

I never feared death but always feared not having lived,
Not knowing what to do with this beautiful gift
That I now devote to You, for You are the truth -
All perfect praise and thanks is only to You,
To You, the Everlasting, who has always been,
To You, who knows the plain and the unseen,
You, who is One, the king of the entire universe,
To You we belong and to You we surely will return -
I long for Your closeness, to rise up above,
Like a lonely lover, separated from his love...

Oh You, whom no eyes have ever seen and no mind can comprehend,
Who knows the exact number of my tears and remembers what I forget,
Oh You, who answers to my every call and who catches me, no matter how hard I fall

Oh, ever loving, ever living,
Oh, exceedingly forgiving,
Oh, Most merciful of mercifuls,
Oh, source of all peace and Creator of every soul,
I don't have a lot, but only one heart to give,
So to You I submit as long as I live
In hope to enter Your garden one day and see Your beautiful face,
By Your majesty and grace, I'm thankful for all You gave and
I try my best to please You, so please accept from Your sinful slave.



Dienstag, 14. Oktober 2014

Gedanken eines Häftlings

بسم الله الرحمان الرحيم


Wie. Ein. Gefängnis. 
Wie ein Gefängnis fühlt sich dieser Körper an,
Wie ein Häftling fühlt sich diese Seele an,
Wie ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln am Gipfel eines Berges - aber mit 'ner Kette am Bein,
Wie ein Segler mitten auf dem Meer - gefesselt an einem Stein,
Wie ein einsamer Fels, der fest steht auf dem weiten Ozean,
Wie ein Rasthof an der Seite einer Autobahn -
Wie ein Schiff, bereit zur Abreise, dessen Anker im Meeresboden Tränen der Einsamkeit weint -

Während der Körper stehn bleibt, alles, bis auf das eigene Leben, weiter zu gehn scheint, 
Man selber statisch und alles andere dynamisch ist,
Läuft einen Marathon die Seele, beginnt in Hoffnung und endet in Leere -

Wie. Ein. Gefängnis. 
Wie ein Gefängnis fühlt sich dieser Körper an
Eingeengt in dieser Welt voller Vorurteile und geistiger Begrenzung,
Rein gedrängt die Seele in einen Körper, der konfrontiert wird mit Ausgrenzung,
Und so vielen bunten Gedanken, die umzingelt sind von Eingrenzung -

Meine Gedanken sind wie ein überfüllter Teller voller Nudeln,
Sie gehn über den Rand,
Meine Moral und meine Werte sind so wie der Duden,
Sie sind zu schwer für eine Hand,
Mein Geist ist wie ein Flüchtling,
Er will die Grenze übersteigen,
Nach der Vorstellung von Freiheit bin ich süchtig,
Am liebsten würd ich ausbrechen aus dieser Hülle und nicht mehr auf dem Teppich bleiben,
Die Welt betrachte ich nicht nur flüchtig,
Meine Seele fühlt sich an wie ein Bettlaken in einem Marmeladenglas,
Zwei Antonyme füreinander und unpassend wie die Begriffe Friedhof und Spaß,
Wie eine Spieluhr, die sich endlos im Kreise dreht,
Wie ein Grashalm, der sich leise von links nach rechts bewegt,
Wie das Pendel einer Uhr die tickt, aber deren Stundenzeiger sich einfach nicht von der Stelle regt -
Und mein Blick verweilt am Horizont, sucht die Grenzenlosigkeit, und wird wortlos und still vom Winde verweht,
Versinkt darin, wie ein verlorener Regentropfen im Meer -

Wie. Ein. Gefängnis.
Wie in einem Gefängnis schreit der Häftling, doch der Schall ertönt nur innerhalb der Zelle,
Schlägt sich energisch gegen die Wände wie eine wütende Welle,
Doch von außen hört man keinen Ton und nichts trifft den Blick
Und auch der Schrei verblasst langsam, bis er zwischen den Wänden erstickt -
Ich schau zur Welt, doch sie scheint nicht groß genug,
Ich schau zur Welt, die sich herausstellt als Schein und Trug,
Alles Schall und Rauch, nichts weiter als Lügen und Betrug -
Es erwürgt mich und erdrückt mich und droht, mich zu zerbrechen,
Denn Freiheit existiert nicht im Leben - also halt ich fest an Seinem Versprechen -
Dem Versprechen von Freiheit, durch das ich es schaffe, in Frieden zu sein,
Und es sind die Hoffnung und der Glaube an meinen endlosen, ewigen Herrn, die mich befreien -
Denn solang' ich glaube, solange bin ich frei.